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Auf dem Pferderücken in die Nische galoppiert
Pferdebücher sind mehr als nur unterhaltende Geschichten für Mädchen. Im FNverlag erscheint seit über 30 Jahren ausschließlich hippologische Fachliteratur. Die Anbindung an einen Sportverband macht ihn zum verlegerischen Unikum.
Fachkompetenz rund ums Pferd hat sich der FNverlag auf die Fahnen geschrieben, der von Warendorf aus die überschaubare (in den ca. 7400 deutschen Reitvereinen sind rund 760000 Mitglieder organisiert), aber wissensdurstige und vielfach auch betuchte Klientel der Sport- und Hobbyreiter mit Büchern versorgt. Verlage wie Müller Rüschlikon oder Kosmos bedienen die Zielgruppe ebenfalls, doch sie tragen nicht das „Gütesiegel“ der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, die im internationalen Sprachgebrauch Fédération Equestre Nationale (FN) heißt und deren 100%- Tochter der FNverlag ist.
Durch die Anbindung an die FN erklärt sich auch der Verlagssitz im ländlichen Warendorf, in der Miele und Pferde den Alltag dominieren sowie Straßen nach berühmten Pferden und Reitern benannt sind. Hier ist der Dachverband der Deutschen Reiterlichen Vereinigung zu Hause. Und im gleichen Gebäude ist auch der FNverlag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung untergebracht, so der offizielle Name, dessen 14 Mitarbeiter jährlich zwischen 15 und 20 Neuerscheinungen rund um das Thema Pferd und Reiten produzieren und auf eine Backlist von knapp 300 lieferbaren Titeln zurückgreifen können. In diesem Jahr feiert der Pferdebuchspezialist, der zuletzt 2,5 Mio Euro umgesetzt hat, seinen Geschäftsführer Siegmund Friedrich, ein innerhalb der Buchbranche hartnäckig kursierendes Vorurteil auszuräumen: „Wir sind zwar eine Volltochter der FN, doch der Verband ist keineswegs unser Sponsor. Wir leben wie jeder andere Verlag von dem, was wir produzieren und verkaufen.
FN-Literatur bringt Geld in die Kasse
Wovon das Unternehmen profitiert, ist das fachliche Image der FN als oberste Instanz in Sachen Pferdesport und –zucht. Und die zahlt sich in klingender Münze aus, denn im FNverlag erscheint die gesamte offizielle Literatur des Verbandes – von Regelwerken wie den Aufgabenheften für Turnierreiter bis zu den Jahrbüchern "Sport und Zucht" und den sechs Bänden der "Richtlinien für Reiten und Fahren", diem mit mehr als 200000 Exemplaren zu den Umsatzsäulen gehören. Doch auch über den FN-unabhängigen Fachbüchern, Videos und DVDs des Warendorfer Verlags hängt ungeschrieben das Gütesiegel des Verbandes. Es verpflichtet, und deshalb gilt für den Spagat zwischen fachlichen Anspruch und Wirtschaftlichkeit der Publikationen Warendorf der Grundsatz: "Wo FN draufsteht, muss auch FN drin sein." Um den hohen fachlichen Anspruch der Warendorfer Reiterwelt zu gewährleisten, bedient sich der Verlag als Autoren ausschließlich erfahrener Experten, die aus der Praxis für die Praxis schreiben. Das Programm wird in enger Abstimmung zwischen Siegmund Friedrich, den Lektorinnen Carla Mattis und Catharina Veltjens-Otto-Erley und der für das jeweilige Thema zuständigen Fachabteilung des Verbandes diskutiert und entschieden. Friedrich: "Inhaltlich spricht die FN viel mit, aber die letzte Entscheidung liegt grundsätzlich beim Verlag."
Umsatz verteilt sich auf 3 Säulen
Um seine ganz klar umrissene Zielgruppe effektiv zu erreichen, hat der Verlag vom ersten Tag an nicht nur auf den Buchhandel gesetzt, sondern auch den Vertriebskanal Reitsportfachgeschäfte sowie den Direktverkauf gepflegt. Viele Jahre zahlten die drei Absatzschienen zu etwa gleichen Teilen in die Verlagskasse ein, doch in der jüngeren Vergangenheit hat es deutliche Verschiebungen der Umsatzanteile gegeben . Rund die Hälfte des Umsatzes läuft mittlerweile über das Direktgeschäft, der Fachhandel steuert 30% bei. Flagge zeigt der Verlag u.a. bei großen Pferdemessen wie der Equitana in Essen und bei ausgesuchten reitsportlichen Großveranstaltungen, zum Beispiel den Bundeschampionaten in Warendorf. Nur jedes fünfte Buch wird über den Buchhandel verkauft, eine Entwicklung, die Friedrich bedauert, die ihn aber nicht um den Schlaf bringt. "Unsere Bücher sind für einen kleinen Markt maßgeschneidert, von dem die meisten Buchhändler nichts wissen. Also lassen sie die Finger davon." Als Konsequenz sind für den FNverlag Vertreter nur noch in den "starken Pferdegebieten" Norddeutschland und Westfalen unterwegs, statt wie früher im ganzen Bundesgebiet.
Weil die deutsche Pferdezucht und deutsches Hippo-Know-how in allen reitsportlichen Disziplinen auch international stark gefragt sind, spielt das Lizenzgeschäft eine immer wichtigere Rolle. Viele Bücher sind in englischer Sprache erschienenen, die skandinavischen Länder und zunehmend Osteuropa sind u.a. weitere wichtige Märkte. Vor allem die englischsprachigen Übersetzungen laufen so gut, dass der FNverlag künftig verstärkt seine Bücher selbst übersetzen und in Eigenregie "mit weltweiten Vertriebspartnern" vermarkten will.
Anja Sieg/Buchreport August 2007
Fachkompetenz rund ums Pferd hat sich der FNverlag auf die Fahnen geschrieben, der von Warendorf aus die überschaubare (in den ca. 7400 deutschen Reitvereinen sind rund 760000 Mitglieder organisiert), aber wissensdurstige und vielfach auch betuchte Klientel der Sport- und Hobbyreiter mit Büchern versorgt. Verlage wie Müller Rüschlikon oder Kosmos bedienen die Zielgruppe ebenfalls, doch sie tragen nicht das „Gütesiegel“ der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, die im internationalen Sprachgebrauch Fédération Equestre Nationale (FN) heißt und deren 100%- Tochter der FNverlag ist.
Durch die Anbindung an die FN erklärt sich auch der Verlagssitz im ländlichen Warendorf, in der Miele und Pferde den Alltag dominieren sowie Straßen nach berühmten Pferden und Reitern benannt sind. Hier ist der Dachverband der Deutschen Reiterlichen Vereinigung zu Hause. Und im gleichen Gebäude ist auch der FNverlag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung untergebracht, so der offizielle Name, dessen 14 Mitarbeiter jährlich zwischen 15 und 20 Neuerscheinungen rund um das Thema Pferd und Reiten produzieren und auf eine Backlist von knapp 300 lieferbaren Titeln zurückgreifen können. In diesem Jahr feiert der Pferdebuchspezialist, der zuletzt 2,5 Mio Euro umgesetzt hat, seinen Geschäftsführer Siegmund Friedrich, ein innerhalb der Buchbranche hartnäckig kursierendes Vorurteil auszuräumen: „Wir sind zwar eine Volltochter der FN, doch der Verband ist keineswegs unser Sponsor. Wir leben wie jeder andere Verlag von dem, was wir produzieren und verkaufen.
FN-Literatur bringt Geld in die Kasse
Wovon das Unternehmen profitiert, ist das fachliche Image der FN als oberste Instanz in Sachen Pferdesport und –zucht. Und die zahlt sich in klingender Münze aus, denn im FNverlag erscheint die gesamte offizielle Literatur des Verbandes – von Regelwerken wie den Aufgabenheften für Turnierreiter bis zu den Jahrbüchern "Sport und Zucht" und den sechs Bänden der "Richtlinien für Reiten und Fahren", diem mit mehr als 200000 Exemplaren zu den Umsatzsäulen gehören. Doch auch über den FN-unabhängigen Fachbüchern, Videos und DVDs des Warendorfer Verlags hängt ungeschrieben das Gütesiegel des Verbandes. Es verpflichtet, und deshalb gilt für den Spagat zwischen fachlichen Anspruch und Wirtschaftlichkeit der Publikationen Warendorf der Grundsatz: "Wo FN draufsteht, muss auch FN drin sein." Um den hohen fachlichen Anspruch der Warendorfer Reiterwelt zu gewährleisten, bedient sich der Verlag als Autoren ausschließlich erfahrener Experten, die aus der Praxis für die Praxis schreiben. Das Programm wird in enger Abstimmung zwischen Siegmund Friedrich, den Lektorinnen Carla Mattis und Catharina Veltjens-Otto-Erley und der für das jeweilige Thema zuständigen Fachabteilung des Verbandes diskutiert und entschieden. Friedrich: "Inhaltlich spricht die FN viel mit, aber die letzte Entscheidung liegt grundsätzlich beim Verlag."
Umsatz verteilt sich auf 3 Säulen
Um seine ganz klar umrissene Zielgruppe effektiv zu erreichen, hat der Verlag vom ersten Tag an nicht nur auf den Buchhandel gesetzt, sondern auch den Vertriebskanal Reitsportfachgeschäfte sowie den Direktverkauf gepflegt. Viele Jahre zahlten die drei Absatzschienen zu etwa gleichen Teilen in die Verlagskasse ein, doch in der jüngeren Vergangenheit hat es deutliche Verschiebungen der Umsatzanteile gegeben . Rund die Hälfte des Umsatzes läuft mittlerweile über das Direktgeschäft, der Fachhandel steuert 30% bei. Flagge zeigt der Verlag u.a. bei großen Pferdemessen wie der Equitana in Essen und bei ausgesuchten reitsportlichen Großveranstaltungen, zum Beispiel den Bundeschampionaten in Warendorf. Nur jedes fünfte Buch wird über den Buchhandel verkauft, eine Entwicklung, die Friedrich bedauert, die ihn aber nicht um den Schlaf bringt. "Unsere Bücher sind für einen kleinen Markt maßgeschneidert, von dem die meisten Buchhändler nichts wissen. Also lassen sie die Finger davon." Als Konsequenz sind für den FNverlag Vertreter nur noch in den "starken Pferdegebieten" Norddeutschland und Westfalen unterwegs, statt wie früher im ganzen Bundesgebiet.
Weil die deutsche Pferdezucht und deutsches Hippo-Know-how in allen reitsportlichen Disziplinen auch international stark gefragt sind, spielt das Lizenzgeschäft eine immer wichtigere Rolle. Viele Bücher sind in englischer Sprache erschienenen, die skandinavischen Länder und zunehmend Osteuropa sind u.a. weitere wichtige Märkte. Vor allem die englischsprachigen Übersetzungen laufen so gut, dass der FNverlag künftig verstärkt seine Bücher selbst übersetzen und in Eigenregie "mit weltweiten Vertriebspartnern" vermarkten will.
Anja Sieg/Buchreport August 2007










