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Exclusive Tipps von Eva Kühnel: "YOGA - Wie kann es uns zu besserem Reiten verhelfen?"
Jeder von uns kennt es, ob Freizeitreiter, Dressur- oder Springreiter – man kommt völlig gestresst von der Arbeit, geht zu seinem Pferd und will nun möglichst stressfrei, ruhig und gelassen reiten, aber dies will nicht so recht gelingen, weil man noch verspannt und recht unbeweglich ist und wenig elastisch auf die Bewegungen des Pferdes eingehen kann. Wie wir wissen, sind Pferde sehr sensibel und spüren intensiv den Gemütszustand des Reiters, manchmal schneller als der Reiter selbst… Was kann man dagegen tun?
Nach meiner über 40-jährigen Erfahrung hat mir am besten Y o g a geholfen.
Auf Grund meiner Rückenschmerzen habe ich eines Tages begonnen Yoga zu machen und nicht nur, dass diese fast ganz verschwanden, sondern nach einiger Zeit stellte ich fest, dass ich viel elastischer in die Bewegung meines Pferdes eingehen konnte und vor allem von Anfang an viel schneller ruhiger und gelassener war. Ich hatte nämlich angefangen, direkt vor dem Reiten einige Übungen zu machen, die nicht viel Zeit kosteten und doch recht wirksam waren.
Sicher will keiner von uns nach einer Reitstunde mit seinem Pferd so aussehen

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so schon eher:
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Warum aber ist Yoga so hilfreich für Reiter?
- Yoga beeinflusst den ganzen Menschen, seinen Körper, seine Atmung, die ja für uns lebenswichtig ist und damit auch in seiner Psyche eine große Rolle spielt. Einem Reiter, der mit sich selbst im Einklang ist, seinen Körper einigermaßen in der Gewalt hat, d.h. ein gutes Körpergefühl, eine gute aufrechte Körperhaltung und ein gutes Einfühlungsvermögen auf Grund seiner mentalen Fähigkeiten hat, dem wird es am ehesten gelingen mit seinem Pferd glückliche und erfolgreiche Stunden zu verbringen.
- Yoga erhält unseren Körper jung und elastisch.
- Wir erzielen eine aufrechte Körperhaltung.
- Unsere Körpersprache erhält mehr Ausdruck und eine gewinnende Ausstrahlung.
- Der Kraftaufbau, die Fitness, die Konzentration und die körperliche Koordination werden verbessert.
- Der Körper wird entspannter, lockerer, Verspannungen und Schmerzen werden abgebaut und wir erhalten ein völlig neues Körpergefühl und können ihn dadurch bewusster und gezielter einsetzen.
- Durch Atemübungen erreichen wir ein größeres Atemvolumen und können uns und die Pferde beruhigen und gelassener machen. Man kann dies auch beim Ausreiten testen, indem man bei bestimmten Reaktionen des Pferdes bewusst ganz ruhig atmet…
- Unser Wesen erhält mehr Ruhe, größere Gelassenheit, mehr Selbstvertrauen, Sicherheit und Selbstbewusstsein. Unsere Lebensfreude und unser Wohlbefinden steigert sich und dies überträgt sich auch auf die Pferde. Durch bewussteres Atmen, Steigerung oder Senkung der Atemfrequenz wirken wir bewusster auf unsere Umgebung und auf die Pferde ein (Turnier!). man kann dies leicht testen. Wenn ich ausreite und merke, dass mein Pferd so dahin schleicht, dann bemühe ich mich um einen gelassenen, aber aufrechten Sitz, denn dieser ist im Grunde auch der bequemste, weil man in sich selbst ruht und atme bewusst ruhig und gleichmäßig und bemühe mich genau die Bewegungen des Pferdes mitzumachen, nicht mehr und nicht weniger. Es passiert immer dasselbe, ohne das ich viel treibe, geht mein Pferd einen ruhigen, aber fleißigen Schritt. Es fühlt sich wohl. Wir erhalten dadurch eine bessere und gefühlvollere Kommunikation mit dem Pferd.
Yoga verbindet Körper, Geist und Seele
Der ganze Mensch ist gefordert und dies weiß ein verantwortungsbewusster Reiter.
"Das Pferd ist dein Spiegel. Es schmeichelt dir nie. Es spiegelt dein Temperament. Es spiegelt auch deine Schwankungen. Ärgere dich nie über dein Pferd, du könntest dich ebenso über deinen Spiegel ärgern."
Von Rudolf G. Binding aus „Du und Dein Pferd, Mercator Verlag München
Was können wir also tun, um unsere Reitsunde zu einem positiven Erlebnis werden zu lassen nach einem gestressten Tag?
Es gibt dazu eine ganze Reihe von Übungen:
Atemübungen:
1.)
Wir versuchen ganz gerade zu stehen, die Füße hüftbreit auseinander, so senkrecht, dass wir das Gefühl haben, dass unser Kopf (die Mitte unserer Schädeldecke) mit einem Seil mit der Decke verbunden ist. Wir versuchen unseren Atem ganz ruhig werden zu lassen und verfolgen ihn mit unserem Bewusstsein, alle anderen Gedanken werden möglichst weg-geschoben! Den Atem langsam aufsteigen lassen, Bauch – Brust – Kopf und zurück, der Atem soll selbst fließen, also versuchen, ihn nicht zu beeinflussen…
- Nach mindestens 15 Atemzügen kann man sich noch mehr mit Energie aufladen, indem man die Hände dazu nimmt.
- Zuerst nur Bauchatmung: Beim Einatmen Hände mit der Handfläche nach oben rechts und links vom Körper hochführen bis zur Taille, dann beim Ausatmen umdrehen und wieder zurückführen. Die Bewegung der Hände folgt der Atmung nicht um gekehrt! Dabei möglichst den eigenen Atemrhythmus finden!
- Dann Einatmen bis zur Brust: Hände bis zu den Schultern hochführen! Ausatmen zurück!
- Einatmen soweit wie möglich, ohne die Schultern hochzuziehen: Hände bis über den Kopf führen: Ausatmen zurück!
Alle Übungen so 5- 7-mal(öfters ist nie falsch, außer man fühlt sich nicht mehr gut dabei, dann sofort aufhören, weniger ist oft mehr) ausführen, je nach Zeit! Am Schluss beide Hände übereinander auf den Bauch oder aufs Herz legen, man gibt dann die Energie dem Körper ab. Wenn die Hände bei dieser Übung zu kribbeln anfangen, dann ist es ein gutes Zeichen.
2.)
Um unseren Schultergürtel nach der Schreibtischarbeit wieder zu lockern, gibt es folgende Übungen:
- Schultern hochziehen bis zu den Ohren und wieder senken, solange bis man ein lockeres Gefühl hat.
- Schultern langsam kreisen lassen: nach vorne und nach hinten.
- Hände an die Schultern legen, Ellbogen beim Einatmen (EA) nach hinten dehnen, beim Ausatmen (AA) vorne zusammen bringen.
- Kopf beim AA nach vorne beugen, beim EA nach hinten dehnen.
- Kopf nach links zur Schulter bringen: Ohr zur Schulter, ohne sie hochzuziehen und umgekehrt.
- Kopf locker kreisen lassen, wenn es an einer Stelle weh tut, dort vorsichtig verweilen und dort hinatmen bis der Schmerz aufhört.
- Kopf nach links und rechts drehen soweit es geht, aber er sollte dabei gerade bleiben (Rundumsicht in der Halle oder auf dem Platz!).
Weitere Übungen direkt vor dem Reiten:
- Beide Hände beim Einatmen nach oben führen, sich strecken, weiteratmen…
- Beide Hände auf eine Stange (Tisch, Sattelholm u.ä.) in Hüfthöhe legen, Beine und Körper strecken, Hüfte nach hinten oben bringen.
- Sich vor eine Wand stellen, beide Hände in Schulterhöhe gestreckt an die Wand legen, ein Bein nach vorne bringen, anwinkeln, das andere zurück und die Hüfte zur Wand hin drücken.
- Sich vor die Wand stellen, linke Hand an die Wand, mit der anderen den rechten Fuß nehmen und nach hinten oben ziehen. Wechseln!
- Ein Bein gestreckt nach vorne auf einen Bock, eine Stange, Stuhl möglichst in Hüfthöhe legen. Wechseln! Senkrecht stehen bleiben.
- Dasselbe wie bei 5) nur auf die Seite, aber etwas niedriger wenn nötig!
- Eine wunderbare Übung, die man überall auf einer Treppe durchführen kann, ist, sich mit dem vorderen Fußballen auf eine Stufe stellen und mit den gestreckten Beinen nach unten wippen! Tiefe Ferse!
- Beide Hände wie bei 1) nach oben führen, einatmen und dann beim Ausatmen sich nach unten beugen, den Oberkörper locker hängen lassen, sodass die Hände den Boden berühren, die Beine aber gestreckt bleiben.
Eine wunderbare Übung, die man schon morgens im Bett machen kann, ist, mit aufgestellten Füßen das Becken rechts und links im Wechsel in Richtung Füße schieben und anschließend rechts und links nach oben kippen….
Und zu guter letzt, bevor, man anfängt zu reiten, stellt man sich ruhig neben das Pferd mit einer Hand am Pferd und atmet bewusst ruhig durch.
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zu 1. zu 2. zu 3.
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zu 4. zu 5. zu 6.
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zu 7. zu 8.
Hier noch einige Versuche, die Übungen so gut wie möglich zu machen. Auch nicht ganz perfekte Übungen haben eine positive Wirkung!
Zum Abschluss:
Wer mir nicht glauben kann, dass man mit Atmen sich selbst (und das Pferd) beeinflussen kann, der probiere einmal folgende Übung: Wenn wir uns einmal ärgern, wenn wir wütend, traurig, gestresst o. ä. sind, dann stellen wir uns senkrecht hin oder wir sitzen, liegen möglichst gerade und entspannt und stoßen alle Atemluft aus, aber wirklich alle, indem wir die Beckenbodenmuskeln und die Bauchmuskulatur einziehen, 3 Sekunden den Atem anhalten, dann, soviel Luft wie irgend möglich einatmen (Bauch, Brust, Schultern heben sich auch, aber ohne, dass man sie hochzieht, Kopf), wieder die Luft 3 Sekunden anhalten, wieder ausatmen usw. Dieses mehrere Male. Sie werden sehen, es wirkt Wunder, unsere Stimmung ändert sich!
Viel Freude beim Ausprobieren!
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