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Exclusive Tipps von Georg Christoph Bödicker: "Die dressurmäßige Arbeit eines Springpferdes"
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Die Meinung, wie weit die dressurmäßige Ausbildung des Springpferdes betrieben werden soll, geht verschiedentlich auseinander. Betrachtet man das Anforderungsprofil der heutigen Springbahnen und beobachtet, dass die Resultate der Erstplazierten sehr eng beieinander liegen, wird schnell klar, dass nicht nur ein veranlagtes Springpferd, so wie die moderne Springpferdezucht es uns heute zur Verfügung stellt, sondern auch die solide Ausbildung des Pferdes für den Erfolg eine wichtige Rolle spielt.
Wer von einem Springpferd im Turniersport Einsatzbereitschaft und Leistung verlangen will, muss sein Pferd zielgerichtet vorbereitet haben. Nur ein gesundes, gut ausgebildetes, routiniertes Pferd, das über die notwendige Ausdauer verfügt, ist den Anforderungen des Springsports auf Dauer körperlich und seelisch gewachsen.
Durch eine verständnisvolle, langjährige und intensive Beschäftigung mit dem Pferd ist es in der Regel möglich, die in seiner Veranlagung vorhandenen natürlichen Möglichkeiten zur vollen Entfaltung zu bringen und abrufbar zu machen.
Wie für jedes Reitpferd ist auch für ein Springpferd die dressurmäßige Arbeit ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Der Sinn liegt einerseits darin, dem Pferd durch eine systematische, dem Alter, Gebäude und Ausbildungsstand angepasste Gymnastizierung eine für die jeweilige Bewegungsausführung zweckmäßige Körperhaltung zu ermöglichen. Außerdem die körperlichen Kräfte des Pferdes zu fördern(Entwicklung der Muskelkraft), es ins Gleichgewicht zu bringen, beweglich zu machen und durch Training zu konditionieren.
Andererseits geht es darum, das Pferd so zu schulen, dass es lernt, auf feine reiterliche Hilfen zu reagieren, diese durchzulassen, und das Pferd regulierbar werden zu lassen. Durch den richtigen Umgang, eine systematische Gewöhnung, gutes Reiten und durch Lob und Tadel als Erziehungshilfe wird das Pferd auch in psychischer Hinsicht geformt. Es wird zutraulicher, gutwillig, konzentrierter und gehorsamer und reift zu einer Pferdepersönlichkeit heran.
Das Ergebnis der dressurmäßigen Arbeit des Springpferdes sollte also ein gehorsames, willig gehendes Pferd sein, das auf leichte Hilfen des Reiters reagiert und für die Arbeit über Hindernisse gymnastisch durchgebildet ist. Eine gute Ausbildung kann man nicht nur an einem hohen Maß an Harmonie zwischen Reiter und Pferd erkennen, sondern auch an einer ungezwungenen Haltung und Bewegung des Pferdes und dessen Bereitschaft vertrauensvoll, geschickt und aufmerksam, die vom Reiter geforderte Leistung zu erbringen.
Wer selbst einmal erfühlen durfte, wie angenehm ein gut ausgebildetes, schwungvoll gehendes Springpferd zu reiten ist, wird schnell den Wert der dressurmäßigen Arbeit verstehen.
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In der Reitlehre sind in der Skala der Ausbildung wichtige Grundanforderungen festgelegt, die auch bei der Ausbildung des Springpferdes in Abhängigkeit vom Verwendungszweck sowohl in der Gewöhnungsphase als auch bei der Entwicklung der Schub- und Tragkraft erarbeitet und gefestigt werden müssen.
Die Kriterien Takt, Losgelassenheit; Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung sind die erstrebenswerten Ausbildungsstufen, die einzeln betrachtet, erarbeitet, verbessert und bewertet werden können. Sie sind jedoch letztendlich im Wechselspiel so voneinander abhängig, dass sie nur im komplexen, aufeinander abgestimmten Zusammenwirken zu einer Optimierung der gewünschten Bewegungsausführung des Pferdes beitragen können.
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Das Reiten von Übergängen innerhalb einer Gangart (Tempowechsel) und von Gangart zu Gangart oder zum Halten, verbunden mit dem korrekten Durchkommen halber und ganzer Paraden, richtig ausgeführtes Rückwärtsrichten, Wendungen auf der Hinterhand, Kehrtwendungen, das Reiten in Stellung, schulterhereinartiges und traversartiges Reiten sind auch für ein Springpferd besonders förderliche Übungen.
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Großes Augenmerk ist auf die Ausbildung des Galopps zu legen. Das Pferd muss lernen rhythmisch im gewünschten Grundtempo zu galoppieren, sich auszubalancieren (Selbsthaltung), auf geringste Hilfen des Reiters zu wenden und den Galoppsprung zu verlängern und zu verkürzen. Ein Springpferd muss den fliegenden Galoppwechsel beherrschen. Bei einem jungen Pferd wird auch in einer Springpferdeprüfung ein einfacher Wechsel über Trabtritte toleriert. Das Kriterium für die Güte des Galoppierens ist, neben dem reinen Takt der Galoppsprünge, die Erhaltung des Schwungs nach vorne. Dazu muss das Pferd von hinten nach vorn über den Rücken mit Gewichts- und Schenkelhilfen an die weiche Hand herangeritten werden. Der Reiter soll zum Treiben kommen, das Pferd vor sich haben. Dazu müssen die Bewegungen des Reiters ruhig und kontrolliert, ganz leicht hinter denen des Pferdes, das Gleichgewicht in vollendeter Übereinstimmung mit dem Pferd sein.
Bei der Einhaltung des gewünschten Weges soll das Pferd mit den Hinterfüßen auf gerader oder gebogener Linie in die Spur der Vorderhufe spuren (hufschlagdeckend gehen). Um das zu erreichen, muss stets die Vorhand auf die Hinterhand eingerichtet werden. Das bezeichnet man als Geraderichten. Ein nicht gerade gerichtetes Pferd tritt nicht gleichmäßig an beide Zügel heran und fällt leicht über die Schulter aus. Dies wirkt sich negativ auf die Regulierbarkeit des Pferdes aus und stört das Gleichgewicht erheblich.
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Bei der gerade richtenden Arbeit ist dem Grundsatz „innerer Schenkel, äußerer Zügel" große Beachtung zu schenken. Der Reiter sollte sich mehrfach davon überzeugen, dass es ihm gelungen ist auf der rechten und linken Hand das Pferd über die diagonale Hilfengebung an den jeweils äußeren Zügel heranzutreiben und es mit diesem zu regulieren. Mit der inneren Hand sollte er bemüht sein, leicht zu führen und zur Überprüfung auch mal deutlich nachzugeben. Auf gebogener Linie ist es einfacher dem Pferd einen sicheren Rahmen zwischen innerem Schenkel und äußerem Zügel zu geben. Bei langen geraden Linien wird dies zunehmend schwieriger. Hier helfen Übungen wie Reiten-in-Stellung, Schultervor- und schulterhereinartiges Reiten. Auch beim Geradeausreiten sollte im Galopp eine leichte Innenstellung des Pferdes angestrebt werden.
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Um besser auf das Pferd einwirken zu können, wird auch der Springreiter öfters mit Springbügellänge im Dressursitz arbeiten. Ziel muss aber sein, das Pferd so zu arbeiten, dass auch die Galopparbeit im leichten Sitz (Springsitz) immer mit kontrolliertem Galoppsprung möglich ist. Der Reiter muss jederzeit verkürzen oder verlängern können.
Eine Möglichkeit, das Verhalten des Pferdes zu überprüfen und es auf kommende Galoppreprisen zwischen den Sprüngen vorzubereiten, ist das exakte Reiten gedachter Parcourslinien (imaginäres Parcoursreiten). Bei dieser Arbeit wird der Reiter schnell erkennen, ob er mit einer von ihm bestimmten Geschwindigkeit mit möglichst wenig Kraftaufwand präzise den gedachten Weg reiten kann. Er wird merken ob sich das Pferd im Gleichgewicht befindet und ob er es stets vor den treibenden Hilfen hat. Stellt er sich vor, er müsste auf diesem Weg z.B. einen hohen, weiten Oxer überwinden, muss er ein Gefühl dafür entwickeln, welche Galoppqualität und welchen Schwung sein Pferd haben sollte, um im Anritt genügend vorbereitet zu sein. Nimmt er sich Fixpunkte für einen imaginären Sprung vor, kann er auch üben, sein Pferd in einen geeigneten Absprungbereich zu reiten.
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Parcoursaufbau faszinierend logisch
Springpferde-Ausbildung heute
DVD FN-Lehrfilm Teil 6: Springreiten für Fortgeschrittene
The sixth part of the FN-training series offers show jumping riders comprehensive knowledge for an effective daily training. There is plenty of information on jumping technique and on how to manage the different kinds of obstacles successfully. mehr...


















