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Equitana 2009 - Publikumsmagnet Pferd

Essen (fn-press). Ein kleines Wirtschaftswunder ist geschehen auf der Equitana in Essen. Entgegen allen gesamtwirtschaftlichen Trends und Erwartungen der Aussteller behauptete sich die Pferdesportbranche auf ihrer Leitmesse. Dichte Besucherströme, eine ungebremste Einkaufslaune und eine rege Nachfrage am Stand der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) – die Bilanz der Equitana 2009 ist positiv. Auch die 20. Auflage der internationalen Pferdemesse hatte nichts von ihrer Anziehungskraft auf Pferdeleute aus aller Welt verloren.

 

„Für uns ist die Equitana in jeder Hinsicht ein Branchenbarometer. In einem gesamtwirtschaftlich schwierigen Umfeld erwies sich die Equitana als Schrittmacher. Für uns als Dachverband ist die Messe zudem eine einmalige Gelegenheit, mit Pferdefreunden aller Art ins Gespräch zu kommen. Umgekehrt haben die Reiter, Fahrer, Voltigierer, Züchter und Pferdebesitzer aus ganz Deutschland die Chance, ‚ihren’ Verband und die Menschen dahinter persönlich kennen zu lernen. Die vielen Besucher des FN-Standes und die zahlreichen Fragen zu allen Bereichen des Pferdesports beweisen uns immer wieder, dass wir hier genau richtig sind. Deshalb haben wir im vergangenen Jahr auch mit Freude unsere jahrzehntelange Partnerschaft mit der Equitana bis 2019 verlängert,“ zog der FN-Generalsekretär Sönke Lauterbach nach neun Messetagen Bilanz.

 

Eine Bilanz, die nicht nur für die Aussteller, sondern auch für Equitana-Veranstalter Reed positiv ausfiel: Drei Prozent mehr Besucher gegenüber 2007 – in Zahlen 213.000 Besucher – strömten an den neun Messetagen in die Hallen. Dort erlebten sie eine wie eh und je bunte, abwechslungsreiche und vielseitige Equitana. Zum praktischen Programm in den zahllosen Foren und Ringen trug die FN täglich mit hochkarätigen Ausbildern im Großen Ring bei. Top-Referenten zeigten in Halle 2, was die Gelassenheitsprüfung ist und wie man dafür mit seinem Pferd übt. Jeden Tag bewiesen Autoren des FNverlags die Praxisnähe ihrer Bücher. In mehreren Reihen standen die Zuschauer um den Kleinen Ring in Halle 10/11. Viele nutzten anschließend die Gelegenheit zum Gespräch mit den Autoren und Referenten und ließen sich ihr Buch auch gleich signieren.

 

In den Shopping-Meilen gab es vom Halfter bis zum Hindernis jedes nur erdenkliche Utensil für Pferdesportler. Auch diejenigen, die auf der Messe nach Größerem suchten – einer Fütterungsanlage, einem Reitboden oder einem ganzen Stall –, wurden in einer der zwölf Messehallen fündig. Wer glaubte, dass es auf dem Markt des Reitsportzubehörs nicht Neues mehr geben könne, wurde eines Besseren belehrt. Für den traditionellen Equitana-Innovationspreis gab es in diesem Jahr 46 Bewerber, aus denen unter anderem eine Reithallenbeleuchtung in LED-Technik, eine selbst fahrende Beregnungsmaschine und ein automatisches Einstreusystem als Sieger ausgewählt wurden. Wie immer wurden aber auch diejenigen, die nur zum „Schauen“ nach Essen kamen, nicht enttäuscht: Rund tausend Pferde aus 40 Rassen – vom American Miniature Horse bis zum Welsh-Pony, vom Andalusier bis zum Trakehner, vom Schwarzwälder Fuchs bis zum Shire Horse – waren in Essen vertreten. Diese Bandbreite belegt: Mensch ist nicht gleich Mensch und Pferd nicht gleich Pferd, doch für jeden Verwendungszweck, jeden Typ und jedes Temperament gibt es den passenden Partner.

 

Die Vielfalt an Reitweisen und Rassen spiegelte sich auch an den Galaabenden wider. Hier traten die Hengste der zehn großen Landgestüte den Beweis an, dass auch Warmblüter und ein klassisches Schauprogramm die Ränge zu füllen verstehen. In der Hop-Top-Show Viamondo beeindruckte Bruno Boisliveau mit seinem Ritt durch die „Wellen“, Schäferin Anne Krüger brachte mit ihren Border Collies und den schwarz-weißen Ziegen das Publikum zum Lachen und die Kölner Voltigier-„Beach Boys“ zauberten mit ihrer Akrobatik zu Pferde Hawaii-Stimmung in den Großen Ring. Erstmals zu sehen war in der Hop-Top-Show auch ein Vielseitigkeitsschaubild, als Hommage an die großen Erfolge der „Buschreiter“ im vergangenen Sommer bei den Olympischen Spielen. Deren berühmtester Repräsentant, „Gold-Junge“ Hinrich Romeike, gehörte zu den zahlreichen Promis, die sich den Besuch bei der Equitana nicht nehmen ließen. Am letzten Messetag berichtete er im Kleinen Ring und am FN-Stand über seine Erlebnisse in Hongkong. Er war der Letzte – das „i-Tüpfelchen auf der Sahnehaube“ einer ganzen Reihe von Stars der Reitsportszene, die am FN-Stand die Autogrammwünsche ihrer Fans erfüllten.

 

Es waren aber nicht nur die bekannten Reiter, die die Menschen an den FN-Stand lockten. Die meisten kamen mit konkreten Fragen oder Wünschen. Manche hatten sich sogar eine ganze Liste gemacht. Im Zentrum standen vor allem Fragen zur Ausbildung: Welche Anforderungen hat die Trainerausbildung? Wo kann ich diese Ausbildung machen? Brauche ich ein eigenes Pferd oder geht das auch auf Schulpferden? Welche Ausbildungsberufe rund ums Pferd gibt es? Ich will wieder einen Reitausweis beantragen. Ist mein Reitabzeichen verfallen/noch gültig? Welches Abzeichen brauche ich, um an Turnieren teilnehmen zu können? Wo und wann kann ich ein Reitabzeichen machen? Viele Fragen kamen auch von den Pferdebetrieben: Wie kann ich Mitglied werden? Was sind die Voraussetzungen? Was kostet das? Mein Nachbar ist gekennzeichnet und hat ein FN-Schild an der Wand. Was muss ich tun, um auch so ein Schild zu bekommen? Außerdem von Interesse war die Eintragung von Pferden. Hier fragten die Besucher, welche Unterlagen nötig sind und was es kostet. Überraschend und nicht selten war folgende Frage: Ich studiere Pferdewissenschaften. Was kann ich anschließend beruflich machen?

 

Ein ähnliches Bild zeichnete sich beim FNverlag ab. „Renner“ waren auch hier alle Werke, die sich mit dem Thema Ausbildung des Reiters und Pferdes befassen. Besonders gefragt waren neben den bekannten Klassikern des Verlags die beiden druckfrischen Werke „Orientierungshilfen für den Reitanlagen- und Stallbau“ und „Rücksicht auf den Reiterrücken“. Beide konnte man in Essen nicht nur erwerben, sondern sich zusätzlich auch Tipps von Autorinnen holen.

 

Diese Chance nutzten auch viele Persönliche Mitglieder, die den Weg in Halle 10/11 und zum FN-Stand fanden Die meisten PM wollten die Mitarbeiter einfach einmal kennen lernen und sich mit diesen unterhalten. Kritik gab es dabei wenig, die Besucher äußerten sich meist zufrieden mit den Angeboten und Leistungen der PM. Bestätigt wurde der positive Eindruck durch die große Zahl an Neumitgliedern, die während der Messe geworben werden konnte. 428 „Neue“ – rund hundert mehr als vor zwei Jahren – ergänzen seit Essen die Reihen der PM. Dabei ist „geworben“ eigentlich der falsche Ausdruck Die meisten Neu-PM kamen schon mit dem ganz konkreten Vorsatz an den Stand, Mitglied zu werden. Ein besonderer Anreiz, den Mitgliedsantrag zu unterschreiben, war sicher das Buchgeschenk aus dem FNverlag sowie die Chance, die Equitana künftig zum vergünstigten Tarif besuchen zu können. Denn schon der erste Eindruck machte jedem Messebesucher klar: Ein eintägiger Besuch reicht kaum aus, auch nur einen Bruchteil dessen zu erleben, was hier geboten wird. Wer nicht alles gesehen hat, dem sei zum Trost gesagt: In zwei Jahren ist wieder Equitana in Essen – vom 12. bis 20. März 2011.

 

FNaktuell 07/01.April 2009 (Bo/Hb)


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